Thorsten GutmannVon

Uniper verkauft sibirisches Gasfeld Juschno-Russkoje für 1,7 Mrd. Euro an OMV

Der deutsche Energiekonzern Uniper, der durch Abspaltung der Energieerzeugungssparten Wasser, Kohle und Gas der E.ON SE entstanden ist, verkauft seinen Anteil am sibirischen Gasfeld Juschno-Russkoje für ca. 1,7 Milliarden Euro an den österreichischen Ölförderer OMV. Dies berichten zahlreiche deutsche Medien, unter anderem das Handelsblatt.

OMV erhält wirtschaftlich die Rechte an 24,99 Prozent der Produktion von Juschno-Russkoje in Westsibirien. Das Gasfeld mit einem Gesamtvolumen von ca. 805,3 Milliarden Kubikmetern (Stand: 1. Januar 2007) sowie 5,7 Millionen Tonnen Erdöl zählt zu den größten Erdgasfeldern Russlands.

Uniper will Entschuldungsziel erreichen

Eigentlich rechneten Experten damit, dass Uniper am morgigen Donnerstag bei der Präsentation der Unternehmensbilanz einen gewaltigen Milliardenverlust vermeldet. Nun folgt überraschend der Verkauf von Juschno-Russkoje zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2016. Mit der Transaktion könnte sich Uniper in jeder Hinsicht Luft verschaffen.

Der Milliarden-Deal erfüllt zwei Versprechen des Uniper-Chefs Klaus Schäfer. Zum einen werden die Schulden des deutschen Unternehmens reduziert, die Schäfer im 3. Quartal 2016 auf 3,7 Milliarden Euro beziffert hatte. Zum anderen wollte der CEO bis Ende 2017 durch Verkäufe rund zwei Milliarden Euro einnehmen.

Uniper bleibt im russischen Energiemarkt aktiv

„Durch den Verkauf des Anteils an Juschno-Russkoje wird es uns gelingen, bereits zu diesem frühen Zeitpunkt unser Entschuldungsziel fast vollständig zu erreichen“, erklärte Schäfer in diesem Zusammenhang. Man wolle sich von Bereichen trennen, die nicht nicht mehr zum Kerngeschäft von Uniper gehören.

Dennoch bleibt Uniper im russischen Energiemarkt aktiv. Der Konzern hält den Mehrheitsanteil am russischen Stromerzeuger Unipro, der für 5 Prozent der russischen Energieerzeugung verantwortlich ist. Unipro betreibt fünf Kraftwerke und gilt als einer der größten Stromerzeuger in Russland.

Erdgasfeld Juschno-Russkoje

Der OMV-Anteil an den verbleibenden Reserven während der Lizenzlaufzeit bis 2043 beläuft sich auf rund 580 Millionen Barrel-Öl-Äquivalent, schreibt finanzen.net. Die Mehrheit an Juschno-Russkoje gehört dem russischen Energiekonzern Gazprom. Weitere 25 Prozent gehören zur BASF-Tochter Wintershall.

Mit einem Konzernumsatz von rund 23 Mrd. Euro gehört OMV zu den größten börsennotierten Industrieunternehmen in Österreich. Der Vorstandsvorsitzende des Öl- und Gasunternehmens ist Rainer Seele, der vorher jahrelang den deutschen Energiekonzern Wintershall geleitet hatte.

Fotoquelle

Das OMV Headoffice in Wien im Hochhaus „HOCH ZWEI“. Wikipedia (DanielZanetti / CC BY 3.0)

 

Thorsten Gutmann
Über den Autor

ist Chefredakteur von Ostexperte.de.

Zuvor war er Autor der Moskauer Deutschen Zeitung und Online-Redakteur der Berliner Zeitung und des Berliner Kuriers. Der gebürtige Freiburger studierte in Berlin Journalismus und Unternehmenskommunikation.

 

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