Thorsten GutmannVon

Russische Touristen gaben 2016 im Urlaub weniger Geld aus

Die Weltorganisation für Tourismus (UNWTO) hat ihren alljährlichen Bericht über den globalen Tourismus veröffentlicht. Die Organisation hat in diesem Zusammenhang aufgeschlüsselt, wieviel Geld die Angehörigen einer Nationalität im Jahre 2016 im Ausland ausgegeben haben.

Top 5 der ausgabefreudigsten Touristen in 2016:

  1. China (261 Mrd. US-Dollar)
  2. USA (122 Mrd. US-Dollar)
  3. Deutschland (81 Mrd. US-Dollar)
  4. Großbritannien (64 Mrd. US-Dollar)
  5. Frankreich (41 Mrd. US-Dollar)

Quelle: UNTWO
In Klammern: Weltweite Ausgaben von Touristen einer jeweiligen Nationalität im Ausland in 2016

Chinesische Touristen im Ausland

Laut Bericht seien die weltweiten Einnahmen in 2016, die durch chinesische Touristen generiert wurden, um 11 Mrd. US-Dollar (+12 Prozent) auf 261 Mrd. US-Dollar angestiegen. Dieser Wert steige seit 2004 jährlich im zweistelligen Prozentbereich, so die UNTWO.

Seit 2012 führe China die Liste an. Auch die Gesamtzahl der Chinesen, die 2016 ins Ausland gereist sind, sei um 6 Prozent auf 135 Millionen gewachsen. Vor allem Reisen nach Südkorea, Japan und Thailand seien beliebt – aber auch Langstreckenflüge in die USA oder nach Europa.

Touristen aus Deutschland und USA

2016 zeigten sich im Ausland auch Touristen aus den USA ausgabefreudig. Der Ausgaben von US-Touristen im Ausland stiegen 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 9 Mrd. US-Dollar (+8 Prozent) auf 122 Mrd. US-Dollar. Die UNTWO gab als Ursache für den Anstieg den robusten US-Dollar und die starke Wirtschaft an.

Ebenfalls ein positives Wachstum verzeichneten die Ausgaben deutscher Touristen im Ausland. Nach eher schwachen Zahlen in 2015 konnten deutsche Urlauber +5 Prozent wettmachen – und 2016 etwa 81 Mrd. US-Dollar im Ausland ausgeben. Auch Frankreich, Großbritannien und Italien verzeichneten eine Steigerung.

Touristen aus Russland

Russische Touristen haben 2016 im Ausland etwa 24 Milliarden US-Dollar ausgegeben. Dies ist ein Drittel weniger als im Vorjahr – und nur die Hälfte der Summe von 2014. Dies berichtet die Nachrichtenagentur RIA Nowosti mit Verweis auf die UNTWO. Für den Rückgang macht der Bericht die ökonomische Lage sowie den Rubelkurs verantwortlich.

Damit erleiden die Russen ein ähnliches Schicksal wie die Brasilianer. Die Entwicklung dürfte auch damit zusammenhängen, dass der russische Inlandstourismus den Auslandstourismus überholt hat – und die Russen mehr Geld dem russischen BIP zugutekommen lassen.

Wettbewerbsfähigkeit der Tourismus-Branchen

Unabhängig vom UNWTO-Bericht veröffentlichte das Weltwirtschaftsforum zuletzt den Travel & Tourism Competitiveness Report 2017. Im zweijährigen Rhythmus bewertet das Forum die Wettbewerbsfähigkeit von 136 Nationen im Bereich Tourismus.

Auf den ersten drei Positionen im Ranking stehen Spanien, Frankreich und Deutschland. Im Ranking ist Russland im oberen Mittelfeld und nimmt Position 43 ein. Damit steht es vor Polen, Israel, Slowakei, Türkei, Rumänien und Ungarn.

Thorsten Gutmann
Über den Autor

ist Chefredakteur von Ostexperte.de.

Zuvor war er Autor der Moskauer Deutschen Zeitung und Online-Redakteur der Berliner Zeitung und des Berliner Kuriers.

 

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