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IWF-Chefin Christine Lagarde lobt Russlands Wirtschaftspolitik

Christine Lagarde ist seit Juni 2011 Chefin des IWF. Letztes Jahr trat sie ihre zweite Amtszeit für weitere fünf Jahre an. Sie sagte in einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur TASS, dass der IWF von einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung Russlands ausgehe.

Vor der Frühjahrssitzung des IWF und der Weltbank in der US-amerikanischen Hauptstadt Washington (21.-23. April), äußerte sich Lagarde zur wirtschaftlichen Entwicklung der Russischen Föderation folgendermaßen:

„Wir sehen die russische Wirtschaft nach schwierigen Jahren endlich wieder wachsen. In Anbetracht des plötzlichen Ölpreisverfalls von 100 US-Dollar pro Barrel auf 27 oder 28 US-Dollar, war die Reaktion des russischen Staates sehr weitreichend. Die Inflation wurde durch eine kluge Fiskalpolitik unter Kontrolle gehalten und mithilfe einer richtigen Geldpolitik, die die Aufweichung des Rubels zur Folge hatte, verhinderte man einen Zusammenbruch des Finanzsektors.“

Die politischen Entscheidungen halfen Russland, sich aus einer Krise zu befreien, die durch den niedrigen Ölpreis, aber auch durch die Sanktionen als Folge der Krim-Annexion verursacht wurde. Trotz der negativen Entwicklung in den Jahren 2015 und 2016 glaubt der IWF für 2017 an eine positive Wirtschaftsentwicklung.

Lagarde hat großen Respekt vor der russischen Kultur

„Als Französin und Liebhaberin von Musik und Literatur habe ich hohe Achtung vor der russischen Kultur. Aber nicht nur die Kultur allein, sondern auch die Geschichte und die Kunst des Landes faszinieren mich.“ Auch hob sie die kulturellen Gemeinsamkeiten beider Länder hervor, zum Beispiel den Einfluss des französischen Philosophen und Schriftstellers Voltaire auf Frankreich und Russland. Lagarde bewundere zudem die Schriftsteller Leo Tolstoi und Fjodor Dostojewskij sowie den Komponisten Sergej Rachmaninow.

Sie sage dies nicht, um russischen Reportern oder der Bevölkerung zu schmeicheln, sondern vielmehr, um die Gründe deutlich zu machen, warum Russland und seine Bürger heute so sind, wie sie sind. Das Land werde durch seine tiefe Verbundenheit zur Kultur angetrieben, doch auch die nicht weniger bedeutende Geographie ist wichtig, um das Land mit seinen riesigen Distanzen und dem Reichtum an Bodenschätzen zu begreifen. Alles Aspekte zusammen würden die hochkomplexe Kultur Russlands ausmachen.

In diesem Zusammenhang erwähnte die IWF-Chefin auch, dass sie den russischen Präsidenten Wladimir Putin regelmäßig auf einer Vielzahl von Veranstaltungen auf der Welt begegne. So hätten beide auch einige tiefgreifende Gespräche geführt um die russische Kultur, aber auch die Wirtschaftspolitik besser verstehen zu können.

Wirtschaftsprognose des IWF

Am 18. April veröffentlichte der Internationale Währungsfonds bei seiner Frühjahrstagung den neuen „World Economic Outlook“. Seine Prognose für das Wachstum der russischen Wirtschaft hob der IWF zwar von 1,1 Prozent auf 1,4 Prozent an. Er dämpfte aber Erwartungen, die Erholung der russischen Wirtschaft werde sich 2018 weiter beschleunigen. Auch im nächsten Jahr rechnet der Fonds nur mit einem Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Produktion um 1,4 Prozent.

Unsere aktuelle Übersicht der Wachstumsprognosen für die russische Wirtschaft, u. a. mit neuesten Zahlen des IWF und der deutschen Institute, finden Sie hier.

Über den Autor

ist freier Autor bei Ostexperte.de.

Derzeit studiert Emmert den Bachelor-Studiengang „International Management Eastern Europe“ an der FH Ludwigshafen. Im Rahmen eines Programmes des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) absolviert er ein Praktikum im Marketing & Sales bei RUFIL CONSULTING in Moskau.

Zuvor studierte er an der Polytechnischen Universität in Sankt Petersburg. Neben Deutsch und Russisch spricht er auch Spanisch und Englisch.

 

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