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Usbekistan lockert Gesetze für Währungstausch

Unter dem Präsidenten Schawkat Mirsijojew öffnet sich Usbekistan dem Währungstausch und wirkt damit der wirtschaftlichen Isolation entgegen. Dies meldet die NZZ.

Was in anderen Ländern bereits lange zur Normalität gehört, soll nun auch in Usbekistan erleichtert werden: Am vergangenen Dienstag erlaubte die usbekische Regierung Privatpersonen und Unternehmen des Landes, die Währung Sum gegen Devisen zu tauschen.

Der NZZ zufolge ist dies vor allem der Verdienst der Politik des neuen Präsidenten Schawkat Mirsijojew, der das Land aus der wirtschaftlichen Isolation führen wolle. Sein Vorgänger Islam Karimow habe zu seiner Amtszeit an einer Abschottung des Landes festgehalten.

Reform soll Schwarzmarkthandel entgegenwirken

Die Reform beinhalte unter anderem, dass künftig der Kurs der Landeswährung von den Märkten bestimmt werde. Laut der NZZ sei das Hauptziel der Maßnahme, dem Schwarzmarkthandel entgegenzuwirken.

Ausgelöst worden sei dieser durch die ehemalige Bindung des Sum an den US-amerikanischen Dollar: Karimov habe zur Aufrechterhaltung dieser Koppelung den Währungsverkehr und Devisenhandel staatlich reguliert und einschränken lassen.

So mussten usbekische Unternehmen ein Viertel der aus dem Export erhaltenen Deviseneinnahmen zum ungünstigen offiziellen Kurs an die staatliche Zentralbank abtreten. Auf der anderen Seite seien die Firmen gezwungen gewesen, sich zur Finanzierung eigener Importe am schwarzen Devisenmarkt zu bedienen – dann zum Nachteil der Käufer.

Noch Anfang der Woche habe man auf dem Schwarzmarkt einen Dollar für 7.700 statt den offiziellen 4.210 Sum erhalten können. Nach der Reform liege der neue offizielle Kurs nun fest bei 8.100 Sum.

Fortschritt für die wirtschaftliche Liberalisierung Usbekistans

Die NZZ erkennt in der Maßnahme einen wichtigen Schritt hin zu einer wirtschaftlichen Liberalisierung. Wegen der staatlichen Devisenkontrollen habe man sich im Ausland bisher mit Investitionen zurückgehalten. Usbekische Staatsunternehmen profitierten hingegen von einem speziellen Wechselkurs, der näher an der Realität und dem Devisenkurs des Schwarzmarktes gelegen habe.

Mirsijojew habe hierin ein “System ineffizienter Privilegien” erkannt, das es nun aufzuheben gelte. Schon seit Längerem habe der Internationale Währungsfonds (IWF) ein Ende der divergierenden Wechselkurse gefordert, das nun tatsächlich erreicht zu sein scheint.

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