Christopher BraemerVon

Internationaler Frauentag: Feministinnen protestieren gegen die Männerherrschaft in Russland

Am 8. März, dem internationalen Frauentag, stürmte eine Gruppe von feministischen Aktivistinnen den Kreml. Dies meldet die Künstlerin und Aktivistin Jekaterina Nenaschewa auf ihrem Facebook-Profil. Die Frauen protestierten insbesondere gegen die Männerdominanz in der russischen Politik. 

Die Aktivistinnen platzierten unter anderem ein Banner an der Kreml-Mauer am Alexandergarten mit der Aufschrift: “Zweihundert Jahre Männerherrschaft. Raus mit ihnen!” und zündeten Rauchfackeln. Weitere Plakate waren nach Angaben des liberalen Fernsehsenders Doschd mit den Slogans “Unsere nationale Idee ist der Feminismus”, “Wir sind in der Überzahl”, und “Frauen an die Macht” beschriftet.

Московские и питерские феминистки, #захватившиеКремль, поздравляют вас с 8 мартаUPD: Тищенко, Орлова и фотограф из Новой уже в ОВД Китай-городUPD: на 14:20 – отпустили всех задержанных

Posted by Ekaterina Nenasheva on Mittwoch, 8. März 2017

Laut der Monitoring-Website ORD-Info wurden mehrere Aktivistinnen zeitweise festgehalten. Darunter die Feministinnen Jelena Tischtschenko, Aleksandra Orlowaja, Marina Timofejewa, Leda Garinaja sowie Arkmana Ardena, Fotografin der oppositionellen Zeitung “Nowaja Gaseta”.

Gegen 14 Uhr Moskauer Zeit wurden alle freigelassen, wie die Beteiligte Jelena Tischtschenko via Facebook meldete. Am Morgen des 8. März gratulierte Präsident Wladimir den russischen Frauen. “Bei eurer Fürsorge für Kinder und Enkel sowie für eure Familien gibt es kein Wochenende”, lobte Putin.

Medwedew unterzeichnet Beschluss

Ebenfalls am Morgen des 8. März unterschrieb Ministerpräsident Dmitrij Medwedew den Beschluss “Über die nationale Strategie der Handlungen im Interesse der Frauen” zur Stärkung der Frauen in Politik, Wirtschaft, Kultur und sozial bis zum Jahr 2022. Darin wird beispielsweise bemerkt, dass das Durchschnittsgehalt der russischen Frauen nur 72,6 Prozent von dem der Männer liegt.

Titelbild

Bild von Simon Schütt.

Christopher Braemer
Über den Autor

ist Wirtschaftsredakteur der Moskauer Deutschen Zeitung.

Zuvor arbeitete er u.a. als freier Journalist für Nordkurier und Mitteldeutsche Zeitung. Er studierte Politik und Wirtschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie Osteuropastudien in Bologna und Sankt Petersburg.

 

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