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Fußball-WM 2018: Fifa auf der Suche nach Sponsoren

Der Weltfußballverband Fifa hat offenbar Probleme, kommerzielle Partner für die Fußball-WM 2018 in Russland zu finden. Dies berichtet die britische Wirtschaftszeitung The Financial Times.

Potenzielle Sponsoren der Fußball-WM in Russland seien besorgt um Reputationsrisiken und hohe Kosten, schreibt The Financial Times. Bisher habe die Fifa erst 10 Sponsoren für die Sportveranstaltung im Sommer 2018 gefunden. Bei der Fußball-WM 2016 in Brasilien seien es 20 Sponsoren gewesen. Zwei der wichtigsten Geldgeber, Sony und Emirates, seien abgesprungen.

Die Einnahmen aus dem Sponsoring und den TV-Übertragungsrechten sollen mindestens die Betriebskosten für die Durchführung der Veranstaltung in Höhe von 2 Mrd. US-Dollar decken. Jedoch seien Unternehmen zum einen abgeschreckt von zahlreichen Fifa-Korruptionsskandalen, zum anderen stehe es derzeit schlecht um das Image Russlands. Die Kosten für die Infrastruktur, unter anderem den Stadionbau, trägt das Gastgeberland.

Russische Sponsoren sind zurückhaltend

Vor allem lokale Unternehmen seien zurückhaltend. Bisher habe außer Gazprom nur die Alfa-Bank einen Werbevertrag als „nationaler Förderer“ unterzeichnet – auf der niedrigsten Sponsoring-Stufe. Nach der Einschätzung von Andrej Malgin, einem Professor an der Olympischen Universität in Sotschi, seien Sponsoren auf dem russischen Markt nach zwei Jahren Rezession vorsichtig geworden.

Viele Unternehmen seien besorgt, trotz hoher Kosten „keine Marketing-Vorteile“ aus einem Sponsoring zu ziehen, schätzt Malgin. Selbst russische Staatsunternehmen seien nach exorbitanten Ausgaben für die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi misstrauisch geworden. Auch mehrjährige Ermittlungen von schweizerischen und US-Behörden zu Korruptionsfällen innerhalb der Fifa seien unvorteilhaft.

Adidas, Coca-Cola & Co.

Der ehemalige Marketing-Chef des Internationalen Olympischen Komitees, Michael Payne, teilt diese Einschätzung. Ihm zufolge brauche es derzeit einen „sehr mutigen Marketing-Chef“, um sich für ein Sponsoring der Fußball-WM 2018 zu entscheiden. Inzwischen habe jedoch die Fifa angekündigt, innerhalb der nächsten Monate weitere kommerzielle Partner gewinnen zu können – so wie jüngst das Unternehmen Hisense.

Der chinesische Elektronikkonzern habe kürzlich einen Sponsoring-Vertrag über 100 Mio. US-Dollar abgeschlossen. Jedoch sei die Laufzeit deutlich kürzer, als es bei der letzten Weltmeisterschaft in Brasilien der Fall war. Weitere Sponsoring-Partner für die Fußball-WM 2018 sind u. a. Adidas, Coca-Cola, Wanda, Hyundai, Visa, Budweiser und McDonald’s.

Für das Geschäftsjahr 2016 meldete die Fifa Verluste in Höhe von rund 391 Mio. US-Dollar. Im Jahr zuvor verlor der Verband rund 117 Mio. US-Dollar. Jedoch erwarte die Fifa hohe Einnahmen durch den Verkauf von TV-Übertragungsrechten. Während der Fußball-WM in Russland sollen auf diese Weise rund 5,65 Mrd. US-Dollar eingenommen werden.

Tickets für Confed-Cup als Ladenhüter

Wie das Handelsblatt berichtet, entwickelt sich nicht nur das Thema Sponsoring zu einem Problem für die Fifa. Mittlerweile sei zu befürchten, dass der Turnierplaner auf den Tickets für den Konföderationen-Pokal 2017 sitzen bleibt. Insgesamt seien für die 16 Partien in vier russischen WM-Städten nur 211.745 von 695.000 Eintrittskarten verkauft worden. „Wir hoffen, dass der Verkauf bis zum Beginn des Turniers noch anzieht”, sagte Organisationschef Witali Mutko.

Vor allem aus Deutschland sei die Nachfrage gering. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Fifa-Kreisen erfahren habe, seien bisher erst 1.489 Tickets an deutsche Fans verkauft worden. Die geringe Nachfrage hänge womöglich damit zusammen, dass Bundestrainer Joachim Löw keine Stammkräfte wie Mesut Özil oder Toni Kroos beim Turnier einsetzen wolle, um den Sportlern einen Sommerurlaub zu ermöglichen.

Titelbild

Quelle: kremlin.ru

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