Thorsten GutmannVon

Moskau-Scheremetjewo – Check-In & Security in 5 Minuten

Ein Flughafen ist meistens kein gemütlicher Ort, der zum Verweilen einlädt. Und wer nicht das Pech hat, wegen Überbuchung aus dem Flugzeug geworfen zu werden, gleitet spätestens nach zwei Stunden Aufenthalt über den Wolken. Doch ein Flughafen ist gleichzeitig ein Ort zum Nachdenken. Er ist ein Zwischenstopp, der auf die Reise in ein anderes Land vorbereitet.

Es gibt Flughäfen, die auf mich wie ein Ruhepol wirken. Ein Beispiel: Berlin-Tegel. Der Charme des häufig zu Unrecht verunglimpften Flughafens ist unverkennbar. Per Taxi dauert die Anreise aus dem Zentrum der Hauptstadt nicht lange. Dagegen wirkt Schönefeld kalt, ungemütlich – und das Taxi ist fast so teuer wie der Flug selbst. Hoffentlich bleibt Tegel noch eine Weile erhalten.

Doch einmalig ist, was ich am heutigen Morgen in Moskau-Scheremetjewo erlebt habe. Bei meiner Anreise per „Gett“-Taxi, das übrigens eine gute Alternative zu Yandex.Taxi und Uber ist, habe ich einen großzügigen Zeitpuffer eingebaut. Denn meistens gilt es, mehrere Hürden zu überwinden: Kilometerweit durch das Gebäude wandern, in der Warteschlange stehen.

Die beste Flughafen-Erfahrung

Nicht so in Moskau-Scheremetjewo. Der Flug nach Berlin war mit Abstand die entspannteste Flughafen-Erfahrung meines Lebens. Check-In, Passkontrolle, Security – alles innerhalb von fünf Minuten. Dabei habe ich höchstens 200 Meter zu Fuß zurückgelegt. Das Personal war hilfsbereit und freundlich. Auch das lästige Ausgraben von PC und Tablet blieb mir erspart.

Von Moskau-Scheremetjewo können sich Flughafenbetreiber weltweit eine Scheibe abschneiden. Dabei fallen mir zahlreiche Negativbeispiele ein: Sommerchaos in Barcelona, zähe Passkontrollen in Tel Aviv und New York, nicht zu Ende gedachte Organisation in Frankfurt und nicht zuletzt der vor allem im Winter beklemmend wirkende Vorstadtflughafen Moskau-Domodedowo.


Wir sind an Ihrer Meinung interessiert! Können Sie die Erfahrung des Autors bestätigen? Welche Erfahrungen haben Sie mit Flughäfen in Russland bzw. in Moskau? Welcher Flughafen ist Ihr Favorit? Schreiben Sie uns gerne einen Kommentar oder kontaktieren Sie uns per E-Mail.

Thorsten Gutmann
Über den Autor

ist Chefredakteur von Ostexperte.de.

Zuvor war er Autor der Moskauer Deutschen Zeitung und Online-Redakteur der Berliner Zeitung und des Berliner Kuriers.

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Mike Poet
Mike Poet

Die Erfahrung von Herrn Gutmann kann ich gern bestätigen, allerdings muss man etwas einschränken – wir reden vom Terminal D. Auf dem Foto ist F gezeigt, der alte Teil, der unverändert eng und uneffektiv organisiert ist. In der Tat fliege ich wann immer möglich mit Aeroflot, weil diese Linie von D abgeht, dies ihr Terminal ist. Was man in Russland nirgendwo hinkriegt, ist das Vorfahren mit dem PKW, vor allem bei der Ankunft.

Frank Ebbecke
Frank Ebbecke

Lieber Thorsten, stimme überein: SVO ist super-effizient geworden, aber genauso ‘Vorstadtflughafen’ wie DME, der aber kontinuierlich immer großzügiger gestaltet wird. Dass Computer nicht gecheckt wurden, finde ich eher schlampig. Tel Aviv ist wegen der besonderen Bedrohungslage Israels im Umfeld kein vergleichbares Beispiel, genausowenig wie alle drei New Yorker Airports, die leiden unter einem wesentlich höheren Verkehrsaufkommen am Boden und in der Luft. Mein’ ja nur ))).

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