Levin FilzenVon

Sberbank und Alibaba wollen E-Commerce-Plattform in Russland aufbauen

Die russische Sberbank und die chinesische Alibaba Group planen ein Joint Venture, um eine gemeinsame E-Commerce-Plattform aufzubauen. Dies geht aus einem Bericht der Tageszeitung Kommersant hervor.

Die chinesische Alibaba Group betreibt mit AliExpress.ru die (eigenen Angaben zufolge) größte E-Commerce-Plattform Russlands. Nun will das Unternehmen mit der russischen Sberbank ein gemeinsames Unternehmen gründen.

Früher Gespräche mit Yandex und Mail.ru

Sberbank denkt seit langer Zeit über den Aufbau eines russischen E-Commerce-Netzwerks nach. Vor den Gesprächen mit der Alibaba Group wurde bereits eine Zusammenarbeit mit Yandex und der Mail.Ru Group in Erwägung gezogen. Auch die eigenständige Entwicklung stand zur Diskussion.

Das russische Finanzinstitut kontrolliert ungefähr ein Drittel des Banksektors in Russland. Laut Kommersant kann die Gründung noch in diesem Jahr erfolgen, wobei sich beide Unternehmen jeweils zur Hälfte beteiligen.

Was bringt die Kooperation?

Laut RTBH sind die Motive für eine gemeinsame Plattform unterschiedlich. Für Sberbank lohnt sich das Produkt nach dem Vorbild von Amazon, um die eigene Position als innovatives Kreditinstitut in Russland zu stärken. Abgesehen davon sei Russland sehr an dem Ausbau des Einzelhandels im Internet interessiert. Dieser sei zwar global schon weit verbreitet, in Russland aber noch immer unterentwickelt, so Irina Bolotowa von der Einzelhandelberatungsagentur JosdeVries.

Für Alibaba ergibt sich aus der Kooperation eine bessere Erschließung des eurasischen Marktes. Außerdem könne so die eigene Position in Russland gefestigt werden. Laut Sberbank könne bis zum Jahr 2025 ein Volumen auf dem russischen E-Commerce-Markt von etwa einer Billion Euro (65 Billionen Rubel) erreicht werden.

Fotoquelle

 

Levin Filzen
Über den Autor

ist freier Autor bei Ostexperte.de.

Derzeit studiert er Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Hannover. Im Rahmen eines Programmes des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) absolviert er ein halbjähriges Praktikum im Marketing & Sales bei RUFIL CONSULTING in Moskau, um Erfahrungen in der russischen Geschäftswelt zu sammeln.

 

Hinterlasse einen Kommentar!

avatar
wpDiscuz