Simon SchüttVon

Am 9. Dezember 2013 wurde zum dritten Mal die Deutsch-Russische Karrierebörse in Russland ausgerichtet. Organisator war das Deutsch-Russischen Forum e.V. in Kooperation mit der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer und dem Alumniportal Deutschland.

Deutschen und russischen Studenten, Absolventen sowie weiteren Interessierten wurde eine Plattform geboten, sich über Karrieremöglichkeiten in deutschen und russischen Unternehmen zu informieren. Als Veranstaltungsort wurde das Darwinmuseum in der Nähe der Lomonosov-Universität in Moskau gewählt.

Steigende Gehälter wegen Fachkräftemangel in Russland

Ab 10 Uhr vormittag fanden sich die ersten der ca. 20 Aussteller ein, um ihre Firmenstände aufzubauen und sich auf die knapp 250 angemeldeten Besucher vorzubereiten. Kurz darauf begann das erste Seminar über geplante Änderungen im russischen Personalwesen 2014, welches von der Unternehmensberatung Russia Consulting abgehalten wurde.

Die Kerngedanken des Vortrags lassen sich wie folgt zusammenfassen. Der in Russland herrschende Fachkräftemangel werde sich in den kommenden Jahren zunehmend verschärfen, was zu einem weiteren Anstieg der Gehälter führe. Dies sei für Arbeitnehmer zwar durchaus vorteilhaft, würde jedoch viele Unternehmen daran hindern ihre Kapazitäten in Russland auszubauen und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Der Mangel an qualifizierten Fachkräften sei vor allem in den Regionen fernab Moskaus gravierend.

Verbesserungen hingegen, deuteten sich im organisatorischen Bereich des Personalwesens an: Für das Jahr 2014 sei geplant, die Buchhaltung durch eine Digitalisierung wichtiger Dokumente zu vereinfachen. Das Arbeitsbuch soll nur noch als E-Book-Variante beim Arbeitgeber vorliegen und Arbeitsverträge könnten auf elektronischem Wege verschickt werden. Derzeit müssen Arbeitsverträge in Papierform zugestellt werden, damit sie rechtsgültig sind.

Großes Interesse an Praktika und Arbeitsplätzen im Ausland

Um 13 Uhr, dem offiziellen Beginn der Karrierebörse, strömten zahlreiche Besucher in die Ausstellerhalle, um an den Ständen Informationen über Arbeits- und Praktikumsplätze einzuholen. Das Interesse seitens der Studierenden und Absolventen an den Unternehmen war überaus groß. Besonders interessierten sich die anwesenden Kandidaten für Praktika und berufliche Perspektiven im Ausland. Die Branchen der vertretenen Aussteller waren dabei weit gefächert: Es nahmen unter anderem der Chemie- u. Pharmagigant Bayer, das Berliner Beratungsunternehmen e-style, das Verlagshaus Hubert Burda Media, die Moskauer Deutsche Zeitung und die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer teil.

Seminare zu berufsrelevanten Themen

Darüber hinaus wurden für die Teilnehmer der diesjährigen Karrierebörse einige Seminare zu berufsrelevanten Themen abgehalten. Es gab zum Beispiel die Möglichkeit, sich über Chancen und Karrieremöglichkeiten in Deutschland zu informieren. Zudem fanden Firmenseminare von IKEA, dem Landmaschinenhersteller CLAAS und der Unternehmensberatung RUFIL CONSULTING statt, in denen die Firmen sich den potenziellen Kandidaten vorstellten und diese über Karrieremöglichkeiten informierten.

Philipp Rowe, Geschäftsführer von RUFIL CONSULTING, erläuterte unter anderem die Firmenphilosophie seines Unternehmens und beantwortete Fragen zur richtigen Berufsvorbereitung und zum erfolgreichen Einstieg.

Intensive Gespräche zwischen Besuchern und Ausstellern

Gegen 18 Uhr endete die dritte deutsch-russische Karrierebörse. Sebastian Nitzsche, stellvertretender Leiter des Deutsch-Russischen Forums und Organisator der Veranstaltung, zeigte sich insgesamt überaus zufrieden. Die Gespräche zwischen Unternehmen und Teilnehmern seien sehr intensiv gewesen, auch wenn die Zahl der Teilnehmer im Vergleich zum vorigen Mal etwas zurückgegangen sei. Auch hat Herr Nitzsche bereits Pläne für eine Karrierebörse im kommenden Jahr. Mitunter wolle er die Messe noch näher im Zentrum von Moskau ausrichten, um dadurch mehr Besucher zu locken. Zudem denkt Sebastian Nitzsche darüber nach, die Messe in Verbindung mit anderen Veranstaltungen zu organisieren, um weitere Firmen als Teilnehmer zu gewinnen.

Am Ende des Tages zogen auch die meisten Besucher sowie die übrigen Teilnehmer eine positive Bilanz . Der Besuch der Karrierebörse habe vielen bei der Orientierung geholfen und sie näher an ein Praktikum oder einen Arbeitsplatz gebracht. Die Aussteller waren über die gestiegene Qualität der Bewerber sehr erfreut. Vielleicht haben sich auch diesmal wieder einige zukünftige Arbeitgeber und -nehmer auf der Karrierebörse kennengelernt.

 

Verfasser des Textes: Lukas Reichenstein
Fotos & Video: Simon Schütt

Simon Schütt
Über den Autor

ist Chefredakteur von Ostexperte.de.

Zuvor war er Redakteur der Moskauer Deutschen Zeitung. Dort schrieb er vor allem für das Wirtschafts-, das Digital- und das Moskau-Ressort. Der Berliner hat in Wien Publizistik- und Kommunikationswissenschaft studiert.

Bei Fragen und Anregungen können Sie hier Kontakt mit ihm aufnehmen.

 

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