Von

Chinas COSCO erwägt Kauf von OOIL für 6,3 Mrd. USD

Die chinesische Reederei China Ocean Shipping Company (COSCO) hat angekündigt, Orient Overseas (International) Limited (OOIL) aus Hongkong für 6,3 Mrd. US-Dollar kaufen zu wollen. Dies berichtet die BBC.

Der Preis pro OOIL-Aktie wird auf 78,67 HKD (ca. 8,82 Euro) geschätzt. COSCO soll nach Abschluss des Deals 90% der Anteile halten, und die Shanghai International Port Group (SIPG) die restlichen 10%. Nach Angaben von Alphaliner führt die Konsolidierung dazu, dass COSCO über 400 Schiffe und 2,9 Mio. Standardcontainer betreiben wird.

Damit könnte der chinesischen Marktteilnehmer zum drittgrößten Liniendienst der Welt heranwachsen. Noch größer sind die Unternehmen A. P. Møller-Mærsk aus Dänemark und Mediterranean Shipping Company (MSC) aus der Schweiz. COSCO und OOIL wollen ihren Markennamen auch nach dem Verkauf beibehalten. Letzteres soll weiterhin in Hongkong registriert bleiben.

Konsolidierung in der Schifffahrtsbranche

Experten zufolge sei eine Konsolidierung in der Schifffahrtsbranche zu erwarten gewesen. Zum einen liege das am trägen Wachstum, zum anderen an langfristigen Preiskriegen, die negativen Einfluss auf die Gewinnspannen hatten. COSCO und A. P. Møller-Mærsk hatten in den letzten zwei Jahren mit Verlusten zu kämpfen – und das südkoreanische Unternehmen Hanjin hat 2016 Bankrott angemeldet.

Laut dem CEO der Unternehmensberatung Karatzas Marine Advisors, Basil Karatzas, könne man von einer Marktpolarisierung sprechen. Während große Unternehmen zunehmend wachsen, stürzen andere Marktteilnehmer ab. Anfang 2017 wurde die Reederei Hamburg Süd von A. P. Møller-Mærsk übernommen. Darüber hinaus gab es in den letzten vier Jahren acht Konsolidierungen.

Neue Seidenstraße

OOIL befindet sich im Besitz von Tung Chee-hwa, der zuvor Chief Executive der Sonderverwaltungszone Hongkong war. Das Unternehmen bedient Terminals in Asien und Nordamerika, u. a. Deltaport und Vanterm in Vancouver,  Howland Hook in New York und Container Terminal in Kaohsiung Taiwan (KAOCT).

In den letzten Jahren musste das Unternehmen aufgrund von Verlusten von der Bank of China (BOC) finanziert werden. Unterstützung erhielt OOIL auch aus Peking. Die Regierung habe ein Interesse am Erhalt der Reederei. Laut CNBC sei das Unternehmen ein strategischer Baustein bei der Entwicklung der Neuen Seidenstraße.

Quellen zum COSCO-OOIL-Deal

Über den Autor

ist freie Autorin bei Ostexperte.de.

Derzeit studiert sie Anglistik an der Polytechnischen Universität Hongkong.

 

Hinterlasse einen Kommentar!

avatar
wpDiscuz